Ahlen-Vorhelm Web Portal

Ahlen-Vorhelm

Alte Ladestr.26 ,
59227 Ahlen-Vorhelm

Stadt Ahlen 02382-590
info@ahlen-vorhelm.de

"Wir sind sicher: Das wird ein Vorzeigeobjekt"

Investoren der Biogasanlage Bosenberg zuversichtlich

Mit solch einer hitzigen Debatte wie am Dienstag im Ortsausschuss hatten sie nicht gerechnet. Heribert Telges und Paul Borgmann sind die treibenden Kräfte bei der Planung einer Biogasanlage auf dem Gelände des bald stillgelegten Zementwerks Bosenberg – und sie möchten die geäußerten Befürchtungen von Politikern und Anwohnern gerne aus dem Weg räumen.

Foto: Christian Wolff
Konkrete Pläne: Zementwerk Bosenberg wird Biogas-Kraftwerk
"Wir machen so etwas ja auch zum ersten Mal“, entschuldigt sich Heribert Telges für den bislang eher spärlichen Informationsfluss. Er selbst wird als Geschäftsführer der künftigen Anlage agieren, während sich sein Partner als Logistiker für die Rohstoffversorgung einbringt. Borgmann übernimmt zugleich den kaufmännischen Part. Bereits seit mehr als einem Jahr tragen sich die Investoren mit dem Gedanken, eine Biogasanlage in der Ahlener Umgebung zu errichten. Ein Grundstück – 200 Meter vom Bosenberg entfernt – war schon im Blick, als Bürgermeister Benedikt Ruhmöller die Idee ins Spiel brachte, sich vielleicht um das in Kürze brach liegende Zementwerk zu bemühen. Keine Frage: Das Werk und seine Infrastruktur überzeugte die Interessenten prompt. Das Stromnetz, die vorbildlich ausgebauten Werksstraßen, der gute Gebäudezustand – besser hätten es sich die baldigen Betreiber nicht wünschen können.

Beim Ortstermin macht Telges klar: „Eine Geruchsbelästigung wird es mit Sicherheit  nicht geben.“ Geplant ist ein geschlossenes System. Zwei Drittel des Gases werde  ins Olfetal  geleitet. „Das ,Medical Order-Center‘ steht als ganzjähriger Abnehmer  fest“, verrät Heribert Telges. Allein dafür sei der Standort Vorhelm-Bahnhof schon ideal. „Wir sind uns sicher: Das wird ein Vorzeigeobjekt“, sagt der Mann, von dem die Initialzündung ausging.


„Und dass wir Mais aus Holland ankarren, ist einfach absurd“, wird er deutlich. Die Anlage soll ausschließlich aus nachwachsenden Rohstoffen gespeist werden. An die Verwendung von Schlachtabfällen oder anderem organischem Material sei nicht zu denken. Die so genannten „Inputstoffe“ würden allesamt von heimischen Betrieben stammen. Die Infragekommenden wissen inzwischen bescheid. 


Deswegen habe die Investorengruppe, die unter dem Namen „Ahlener Energiegesellschaft“ firmieren wird, auch nicht vor, Flächen für die Rohstoffgewinnung anzupachten. Rund ein Drittel des Zementwerk-Areals wird für die geplante Biogasanlage benötigt. Welche Bereiche genau, das möchte die Investorengruppe den Politikern aus Ahlen und Vorhelm gerne vor Ort erläutern. Es sei geplant, die entsprechenden Gremien einmal über das Gelände zu führen“, sagt Mit-Investor Heribert Telges.
Seine Partner und er planen langfristig, wollen im kommenden Jahr schon „am Start“ sein. Der genaue Zeitrahmen ist derzeit noch schwer zu bestimmen, da nun erstmal Politik und Verwaltung die notwendigen Schritte einleiten. Sicher ist, dass die Betreiber mindestens drei Monate benötigen, um die Anlage in den jetzigen Bosenberg-Beriebsgebäuden einzurichten. Konkrete Vorstellungen, welche Gebäude wie genutzt werden können, haben die Investoren bereits. Eine Halle mit 20 mal 80 Metern Größe wäre zum Beispiel als Maissilo prädestiniert. Die bisherige Rohmühle des Zementwerks könnte zugleich zur Maschinenhalle umfunktioniert werden.

Einen verstärkten Lkw-Verkehr bräuchten die Anwohner des Ortsteils Vorhelm-Bahnhof übrigens nicht befürchten. Dadurch, dass ein Außenlager geplant ist, würden sich die Lieferungs-Fahrten in Grenzen halten.  Der Handel soll über die Sendenhorster Raiffeisen erfolgen. Ob und wie die Genossenschaft auch das Gelände mitnutzen könnte, ist derzeit noch offen.

„Wir haben schon viele Wege hinter uns, um diese Anlage möglich zu machen“, berichtet Telges weiter. „Uns ist auch klar: Biogas ist ein Reizthema“, weiß sein Partner. „Auf Dauer entstehen hier aber auch Arbeitsplätze. So eine Biogasanlage braucht 365 Tage im Jahr Betreuung, etwa eine Stunde pro 100 kW aufs Jahr gesehen“, legt Telges nach und schmunzelt. „Ich möchte ja auch mal Urlaub machen . . .“

 Christian Wolff schreibt für Ahlen-Vorhelm Web Portal und die Ahlener Zeitung

Kategorie: