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Biogas-Pläne und viele offene Fragen

Debatte über Bosenberg-Zukunft

In einem sind sich alle einig: Das Zementwerk Bosenberg darf keine weitere Industriebrache werden. Insofern stoßen die neuen Pläne  eines heimischen Investoren durchaus auf Zustimmung. Der Interessent, dessen Name gestern noch nicht öffentlich genannt werden sollte, möchte in den bestehenden Gebäuden  eine Biogasanlage einrichten.

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Das Zementwerk Bosenberg stellt seinen Betrieb im Juli 2007 ein
Die Heidelberg - Cement AG veräußert dazu den in Kürze stillgelegten Betrieb – und würde sich zugleich den Rückbau der Anlagen sparen. Gestern Nachmittag hatten die  Politiker des Ortsausschusses Vorhelm  eine entsprechende Flächen - Nutzungsplanänderung zu beraten – aber auch noch einigen Diskussionsbedarf.


Was  das Gremium bislang vermisst, sind tiefergehende Informationen. Das machten die Mitglieder fraktionsübergreifend in ihrer außerordentlichen Sitzung deutlich, die sie ausnahmsweise im Ahlener Ratssaal abhielten. „Aus der Vorlage geht einfach viel zu wenig hervor“, ärgerte sich Gudrun Lange (SPD). „Wir sind froh über eine Nachnutzung des Geländes und wollen nicht im Wege stehen, aber wir können über so etwas nicht ad hoc entscheiden.“


Planer Horst-Dieter Schulte betonte, dass auch die Verwaltung erst ganz am Anfang stehe und auf viele Fragen noch keine Antworten habe. Doch die zur Debatte stehende Änderung des Flächennutzungsplans – derzeit ist das Gelände nur spezifisch der Zementindustrie zugeordnet – müsse sein, um überhaupt eine solche Biogasanlage mit allen vorausgehenden Prüfungen möglich zu machen.


Eine ganze Liste von Fragen gaben die Vorhelmer dem Stadtplaner schließlich mit auf den Weg. Welche Geräusche und Gerüche kommen auf die Bewohner von Vorhelm-Bahnhof zu? Wie soll der Betrieb der 880-kW-Anlage genau aussehen? Geht es um Monokulturen? Ist verstärkter Anbau von beispielsweise Mais zu erwarten? Und wie sieht der zu erwartende Anlieferungsverkehr angesichts desolater Wirtschaftswege aus?

Mit einer Enthaltung und drei Gegenstimmen der SPD-Fraktion brachte der Ausschuss die Flächennutzungsplanänderung auf den Weg. „Wir vertun uns ja nichts“, schloss Ortsausschussvorsitzender Gregor Wiethaup die Diskussion ab. Sollten sie nötig sein, könnten im Nachhinein noch immer Auflagen erteilt werden.

Im nachfolgenden Stadtentwicklungsausschuss stand das Thema Bosenberg übrigens ebenfalls auf der Tagesordnung. Hier gab’s schließlich sieben Enthaltungen von sozialdemokratischer Seite.

 Christian Wolff schreibt für Ahlen-Vorhelm Web Portal und die Ahlener Zeitung

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