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Vorhelm war sein bester Freund

Geschrieben von Israel Mossad
Alfred Dargel 86-jährig verstorben
 
Der Tod von Alfred Dargel hat im Wibbeltdorf tiefe Bestürzung ausgelöst. Dennoch kam er für viele  seiner engsten Freunde und seine Familie nicht überraschend, denn Dargel war schon lange schwer krank. Zuletzt wurde er liebevoll vom Pflegeteam des Seniorenzentrums St. Anna betreut. Am Mittwoch verstarb er im Alter von 86 Jahren. Am Samstag wird er beigesetzt.

Foto: Christian Wolff
Alfred Dargel bei der Kriegsgräbersammlung
Vor allem seine besonnene wie freundliche Art war es, die dem gebürtigen Ostpreußen schnell viele Freundschaften brachte. Sein größter Freund aber wurde „sein“ Ortsteil Vorhelm selbst. Mit einer Engelsgeduld durchforstete Alfred Dargel regelmäßig die Grünanlagen und Plätze der Gemeinde. An einem überfüllten Papierkorb konnte er niemals einfach vorübergehen. Und das Mähen der Rasenflächen machte ihm sogar großen Spaß.  


Kein Wunder, dass sich Dargel  bei den Vorhelmern schnell den gutgemeinten Spitznamen „Dorfsheriff“ einbrachte – auch noch, als er seinen treuen Dienst längst an den Nagel gehängt hatte.  
Nach Eröffnung der Hellbachhalle im Jahr 1973 ging keine der großen Erntedankveranstaltungen ohne Alfred Dargel über die Bühne. Wie unterhaltsam er beispielsweise die Tombola-Gewinne mit der Schubkarre durch den Saal manövrierte, bleibt unvergessen. Ebenso wie er 1983 – verkleidet als „Oberreblaus“ – eine Weinkönigin inthronisierte. Überhaupt war er für seinen Verkleidungsfundus bekannt: Ob als Cowboy mit einer echten Kuh „Berta“, als Gardist oder Chefkellner – er war der unterhaltsame „Mann für alle Fälle“ und immer gut für einen lustigen Spruch.

 Dass das jeweilige Erntedankmotto auch optisch umgesetzt wurde, ist in hohem Maße auch sein Verdienst. Nach dem Ende der Hellbachhalle war schließlich auch die Zeit der Erntedankfeste mit vielen hundert Gästen vorüber. Doch zu diesem Zeitpunkt hatte Alfred Dargel bereits die vorderste Front verlassen. Der jährlichen Sammlung des Volksbunds deutsche Kriegsgräberfürsorge (VdK) blieb er aber weiter treu. Mit Augenzwinkern enthüllten Dargels Freunde schließlich  schon zu Lebzeiten die  „Don-Alfredo-Allee“ im Ortsteil Vorhelm-Bahnhof in Anerkennung für ihren  „Dorfsheriff“ .

Ganz klar: Ein Mann wie  Dargel fehlt in Vorhelm. „Einen Brunnen, der nicht sprudelt – das hätte es bei ihm nie gegeben“, sagte Josef Remmert, Vorsitzender der Interessengemeinschaft Vorhelmer Vereine und Verbände (IG VVV), noch im November.  Angesichts schier endloser Diskussionen mit der Grünflächenabteilung der Stadt Ahlen stellte er fest: „Einen wie Alfred wird es wohl nicht mehr geben.“

 

 Nachruf geschrieben von Christian Wolff