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Was "de Strunz" bewirkte

Geschrieben von Heiner Klostermann

Wie war das damals mit dem Strontianitabbau? Hildegard Latzel und Christoph Kaldewei führten ihre Zuhörer zurück in die Zeit vor 130 Jahren.

Die beiden Vorleser, Hildegard Latzel und Chrisoph Kaldewei, sind bestens des Plattdeutschen mächtig. Sie trugen die spannenden, lustigen aber auch oft nachdenklichen Geschichten natürlich in Augustin Wibbelts Sprache – eben „up Platt“ – vor. Zur Ansicht war eine alte Buchausgabe, noch in Sütterlin-Schrift gedruckt, aus dem Jahr 1925 ausgelegt. „Immerhin war das bereits die vierte Auflage, was für die Beliebtheit dieses Buches spricht“, sagte Christoph Kaldewei. Allerdings lasen die beiden der Bequemlichkeit geschuldet aus der jüngsten Auflage, in lateinischer Schrift, vor – für heutige Zeiten „augenfreundlicher“.


"Immerhin die vierte Auflage - was für die Beliebtheit des Buches spricht."

Christoph Kaldewei


„De Strunz – Ne Industrie- un Buern-Geschicht“. erzählt von der Goldgräberstimmung im Dorf Vorhelm vor rund 130 Jahren. „Strunz“ nannten die Menschen ein Mineral, das Strontianit, das einige Zeit lang für die Raffinade von Zucker verwendet wurde. Der Abbau bringt allerlei Unruhe ins Dorf. Dabei treffen unterschiedlichste und liebevoll ausgemalte Charaktere zusammen. Der nomadisierende Strontianitkenner Vikarius und seine dichtende Schwester Elise, der trinkfreudige und schelmische Doktor Kreuz, die bigotte Angela Pümmelken, genannt „de scheewe Engel“, das Original Professor Hüdöppel und nicht zuletzt ein „Schülerverein zur Pflege des deutschen Männergesangs“. Als Letzterer ein Theaterstück plant, vermuten andere gleich Schlimmes, wie etwa „sozialistische“ Umtriebe. Doch Wibbelt klärt alles auf und bereitet noch immer vergnügliche Stunden mit dieser herrlichen alten Sprache – so auch den Besuchern der Alten Mühle.

Ahlener Zeitung, Bericht: Peter Schniederjürgen

 

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