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Heimatverein erhält weiteren Nachlass

Geschrieben von Heiner Klostermann

Pastor Hermann Honermann lobte am Donnerstag bei der Jahreshauptversammlung des Heimatvereins Vorhelm die Einrichtung des Dorfarchivs. „Wir haben jetzt die Hardware“, sagte er. „Sie mit Inhalt zu versorgen, wird sich allerdings noch über Jahre hinziehen.“

Als Dauerleihgabe für das neue Dorfarchiv überreichte Franz-Josef Kröger eine Dokumentation über Vermisste und Gefallene aus Vorhelm an Willi Wienker (l.). Foto: Christian WolffBeim Heimatverein Vorhelm läuft derzeit alles wie geschmiert: Trotz des Mühlenkaufs ist noch Geld in der Kasse, auch die Anfragen für Trauungen im Hellbachdorf reißen nicht ab und das neue Dorfarchiv füllt sich zusehends mit interessanten Dokumenten. „Wir haben erst vor wenigen Tagen Fotos und Schriftstücke des Brieftaubenvereins erhalten“, berichtete der Vorsitzende Willi Wienker. Bei der Jahreshauptversammlung, die am Donnerstagabend im Saal der Gaststätte Pelmke abgehalten wurde, gab es erneut Zuwachs für die Sammlung: Franz-Josef Kröger, der bereits den Erhalt von Zeugnissen des früheren Kriegervereins Vorhelm anschob, überreichte Wienker überraschend ein dickes Buch. „Es ist eine Dokumentation über das Schicksal der Vorhelmer Vermissten und Gefallenen“, erklärte Kröger. Der Wälzer, der neben Namenslisten auch zahlreiche Zeitungsartikel und Briefe enthält, stammt aus dem Nachlass von Heinrich Bergmeier. Kröger: „Ihm war es ein großes Anliegen, dass seine Sammlung in Vorhelm bleibt.“ Das Dorfarchiv – Hauptsponsor war die hierfür Sparkasse Münsterland-Ost – sei demnach der beste Aufbewahrungsort. Neben Bergmeier wurden auch die weiteren verstorbenen Heimatfreunde Gertrude Schräder, Gerd Kaldewei, Adelheid Heimann, Adam Georg Reichsgraf von Schall-Riaucour, Klemens Gründel, Willi Scheffer und Irmgard Hatscher durch eine Schweigeminute geehrt. In seinem Jahresbericht verwies Willi Wienker darauf, dass im Jahr 2013 genau 20 Trauungen in der Alten Mühle stattgefunden haben. In diesem Jahr waren es bereits 13, und weitere sind angemeldet. „Ein großer Dank gilt hierbei den Frauen um Petra Wienker, die dafür jedes Mal zwei oder drei Stunden Zeit opfern, um den Service zu gewährleisten“, lobte Schatzmeister Ludwig Schulze Everding, dem Wolf-Rüdiger Adler und Franz Schaffer wenig später eine vorbildliche Kassenführung bescheinigten. Seit dem Jahr der Euro-Einführung, also schon zwölf Jahre, liegt der Mitgliedsbeitrag des Heimatvereins bei sieben Euro. „Es wird nun höchste Zeit, dass wir über eine Erhöhung nachdenken“, forderte Willi Wienker angesichts der vielen Aktivitäten. Einstimmig beschlossen die Mitglieder die moderate Erhöhung auf zwölf Euro. Zugleich kündigte der Vorsitzende an, dass der weihnachtliche Dorfschmuck auf breitere Schultern gelegt werden müsse, zum Beispiel durch die Interessengemeinschaft Vorhelmer Vereine und Verbände (IG VVV). Pastor Hermann Honermann sprach für den Arbeitskreis Ortsgeschichte, der sich – bedingt durch die Archiveinrichtung – nicht mehr zu regelmäßigen Sitzungen trifft. „Wir arbeiten still und leise in unseren jeweiligen Spezialbereichen weiter“, sagte der Geistliche im Namen seiner Mitstreiter. Als aktuelle Projekte nannte er die Digitalisierung des ältesten vorhandenen Kirchenbuchs (1653 bis 1735) und die Zusammenfassung neuer Erkenntnisse über die Geschichte der Alten Schänke Samson in Tönnishäuschen. Die Fortschreibung der eigenen Pfarrchronik stehe indes noch aus. Beim Arbeitskreis Augustin Wibbelt, den Christa Paschert-Engelke betreut, ging es im abgelaufenen Jahr eher ruhig zu. „Drei Führungen durchs Dorf habe ich unternommen“, sagte sie. Zu mehr habe es ihr leider an Zeit gefehlt, gestand sie ein. Den Blick aufs Ortsbild hat nach wie vor Hubertus Beier. „Leider können wir nicht an allen Stellen einwirken, da vieles in privater Hand liegt. Ich bin aber auch immer für Hinweise dankbar, da ich nicht jede Ecke kenne“, sagte er. Als „Plus“ für das Erscheinungsbild Vorhelms wertet Beier den Neubau des Seniorenzentrums im Dorfkern. Den Abschluss der Sitzung bildete eine Super-8-Filmvorführung durch Günter Latzel und Heinz Piecha. Sie präsentierten „50 Jahre TuS Westfalia Vorhelm“ aus dem Jahr 1970.

Ahlener Zeitung, Bericht: Christian Wolff

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