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161 Jahre alter Pelmke-Grundstein aufgetaucht

Geschrieben von Heiner Klostermann

Aufgetaucht, vergessen und jetzt rekonstruiert: So könnte man in Kurzform die Geschichte des historischen Grundsteins beschreiben, der vor vielen Jahren am heutigen Gasthaus Pelmke bei Umbauarbeiten zutage trat. Die Inschrift war kaum noch zu lesen.

Wieder deutlich zu lesen ist die Inschrift des Grundsteines, der einst bei einem Umbau am Gasthaus Pelmke zutage trat. Jetzt hat ihn der Vorhelmer Konrad Latzel aufgearbeitet, damit er zurück an seinen Bestimmungsort gelangen kann. Foto: Christian WolffFast wäre er verloren gewesen. Als das Gasthaus Pelmke vor gut 20 Jahren ein altes Nebengebäude zum Wintergarten umbaute, wurde der Grundstein nur durch Zufall entdeckt. Um dann gleich wieder in einer Garage „abzutauchen“. Jetzt sieht er aus wie neu – dank Konrad Latzel, der die längst verwitterte Inschrift fachmännisch erneuerte und damit sichtbar machte.

Doch bis dahin war es ein langer Weg. „Man konnte am Anfang so gut wie gar nichts mehr lesen“, erinnert sich Hildegard Latzel, die nebenbei seit Jahren den Arbeitskreis „Plattdeutsche Sprache“ im Heimatverein betreut, an den schlechten Zustand des Grundsteines. Deswegen habe sich ihr Mann auch gescheut, an dem Objekt „einfach so herumzumeißeln“. Letztlich blieb es dabei, dass Latzel den Stein nur sicherte.

Als das Gasthaus Pelmke im Vorjahr Jubiläum feierte, erinnerte sich die Betreiberfamilie Schwippe-Pelmke an den Fund. „Am liebsten hätten sie ihn direkt im Lokal ausgestellt“, sagt die Vorhelmerin. Doch ohne lesbare Inschrift hätte das wenig Sinn ergeben. Und so drohte dem Stein das abermalige Verschwinden in der Versenkung.

Die Rettung brachte ein versierter Kenner der Sprach- und Dorfgeschichte: Vorhelms emeritierter Pastor Hermann Honermann. Nach wenigen Tagen lag Konrad Latzel schwarz auf weiß vor, was eigentlich nicht mehr zu lesen war: „Gebaut im Jahre 1853 von Gerhard Arnemann und Theresia Große-Holtrup, Eheleute.“ Honermann, der sich derzeit auch in einer „AZ“-Serie mit Vorhelmer Braugeschichte(n) beschäftigt, konnte die Informationen mit weiteren Daten und Fakten anreichern.

Prompt wurde in Vorhelm-Bahnhof das Werkzeug in die Hand genommen. „Um die Schäden und Unebenheiten auf dem Stein zu beseitigen, habe ich eine ganze Steinschicht entfernt“, erklärt Konrad Latzel. Dann folgte die Rekonstruktion der Gravur. Jetzt soll der Grundstein wieder zurück zu seinen Bestimmungsort, das heutige Gasthaus Pelmke, gelangen.

Ahlener Zeitung, Bericht: Christian Wolff

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