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Vor 40 Jahren: Hellbachhalle eröffnet

Geschrieben von Heiner Klostermann

Aus der alten Firmenhalle Stratmann an der Dorffelder Straße wurde vor genau 40 Jahren die Hellbachhalle. Knapp drei Jahrzehnte lang stand sie im Mittelpunkt vieler Großveranstaltungen. 2001 machte das Zentrum dicht. Es wird heute von einem Dachdeckerbetrieb genutzt.

 

Ob Karneval oder Erntedank, Winterfest oder Sportlerball – zwischen 1973 und 2001 gab es kaum ein gesellschaftliches Ereignis in Vorhelm, das nicht mit der Hellbachhalle verbunden war. Und auch überregionale Veranstaltungen, zum Beispiel Geflügelzüchter- und Kaninchenschauen, lockten in knapp drei Jahrzehnten unzählige Gäste ins Wibbeltdorf. Inzwischen ist es genau 40 Jahre her, dass jenes Veranstaltungszentrum eingeweiht wurde, das 2001 mit einem großen politischen Zank wohl endgültig seine Pforten schloss.

Weniger als ein Jahr dauerten anfangs die Vorarbeiten für das Hallenprojekt. Im Juni 1972 fassten die Vorhelmer im Gemeinderat den Beschluss, die alte Fabrikhalle Stratmann umzubauen. Nach zwei Besichtigungen durch die drei damaligenFraktionsvertreter wurde das Gebäude an der Dorffelderstraße für 350 000 Mark gekauft. Etwa genauso viel wurde anschließend investiert, um neben dem Saal auch Kegelbahnen, Hausmeisterwohnung, Gaststätte, Schießbahnen, Umkleidekabinen und Duschräume für den Sportbetrieb fertigzustellen.

Bürgermeister Heinrich Brinkpeter, der politisch längst auf die Eingemeindung Vorhelms nach Ahlen zusteuerte, fand eine durchweg positive Resonanz auf die neue Mehrzweckhalle, schließlich bot die Halle mehr als 1000 Besuchern Platz. Eine Trumpfkarte, die vor allem Ahlener, zum Beispiel die KG „Pütt-Pott-Ploug“ in die Gemeinde zog. Die Stadthalle war noch nicht fertig, der „Schützenhof“-Saal wurde 1974 zum Garten-Center umgebaut und der „Theresienhof“ gab 1976 seinen Saalbetrieb zugunsten einer Diskothek auf. Auch auf Kreisebene erwies sich die Hellbachhalle als Ort für Großveranstaltungen.

So blieb es bis Ende der 90er Jahre, als die Stadt Ahlen als Eigentümerin ihre Verkaufspläne öffentlich machte. Hinzu kamen Beschwerden aus der Nachbarschaft über „ausgeuferte türkische Hochzeiten“ mit häufigen Ruhestörungen und die fehlende Aussicht auf einen neuen Pächter. Das letzte Aufbäumen der Vorhelmer Vereine, die ihr Veranstaltungszentrum gerne behalten hätten, nützte wenig. Ende 2001 ging mit einer Abi­party die letzte Großveranstaltung in der Hellbachhalle über die Bühne. Das Winterfest der Schützen wurde mit der Schließung eingestellt, die Sportschützen zogen in den Ortsteil Bahnhof um.

Einige Jahre dümpelte das Gebäude vor sich hin, bis der Dachdeckerbetrieb die Immobilie für seine Zwecke erwarb. Doch obwohl in den Räumen dadurch wieder etwas Leben einkehrte, vermissen die Vorhelmer ihre Halle nach wie vor. Für die Galasitzungen der KG „Klein-Köln“ oder die Weiberfastnachtsfeier muss seither regelmäßig ein beheiztes Zelt geordert werden – ein nicht unerheblicher Kostenfaktor.

Ahlener Zeitung, Bericht: Christian Wolff

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