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Neben Mehl auch mal Strom erzeugt

Heimatverein: "Tag der offenen Mühle"

Seit 1986 hat der Heimatverein Vorhelm sein Domizil in einem denkmalgeschützen Rundbau. Nach Renovierung der alten Krumtüngerschen Mühle mit viel Eigenleistung befindet sich hier ein heimatgeschichtliches Kleinod, das der Verein am Sonntag der Öffentlichkeit präsentierte. 

Zum ersten Mal veranstalteten die Mitglieder einen "Tag der offenen Mühle", zu dem alle Bürger eingeladen waren, die sich für die Geschichte des alten Gebäudes interessieren. Die Einladung hatte ihre Wirkung nicht verfehlt, denn nicht nur Vorhelmer Bürger sondern auch viele  Radtouristen - vornehmlich aus Ahlen, Sendenhorst, Freckenhorst und Umgebung - nutzten am Sonntagnachmittag die Gelegenheit, die Mühle zu besichtigen, die  inzwischen auf der zweiten Etage die Ausstellung  "Bilder der Heimat" von Johannes Everding beherbergt. 1990, wenige Jahre vor seinem Tod, hat der Künstler sie dem Heimatverein übereignet. Alle markanten Gebäude und Sehenswürdigkeiten
Vorhelms und die landschaftlichen Schönheiten seiner näheren Umgebung hat Everding in seiner ihm eigenen Art bildlich festgehalten und der Nachwelt überliefert.


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Auf Pinnwänden mit vielen Zeitungsausschnitten machte Schriftführer Christian Wolff  die Geschichte der Mühle und des Heimatvereins mit seinen vielen Aktivitäten deutlich. Die  Dauer - Ausstellung "Strontianit in Vorhelm" lud Besucher immer wieder zum Verweilen ein. Der Offene Mühlentag ersetzt das bisherige Mühlenfest, das vor allem dazu gedient hat, die inzwischen völlig abgeschlossenen Renovierungsarbeiten in der Mühle zu finanzieren. Der ursprünglich gehegte Plan, die Mühle wieder mit Flügeln zu versehen, ist  aus finanziellen Gründen ad acta gelegt, wie vom Vorsitzenden Willi Wienker  zu vernehmen war.


Die Mühle Krumtünger brannte im Jahr 1906 ab, wurde im Jahr 1907 wieder aufgebaut und das Mühlenwerk nicht mehr mit Windkraft, sondern per Maschine betrieben. Den jüngeren Vorhelmern ist sicherlich nicht mehr bekannt, dass bis zum Jahr 1935 große Teile des Dorfs und der unmittelbaren Nachbarschaft mit Gleichstrom beliefert wurde, den ein großer Sauggasmotor der "VEG Vorhelm" in der Mühle erzeugte. Das erwärmte Kühlwasser wurde von den damals schon umwelt- und energiebewussten Eigentümern und Nachbarn für Badezwecke benutzt. Wie mündlich überliefert ist, hat der damalige Mühlenbesitzer Christoph Krumtünger in der Silvesternacht nach Mitternacht den Vorhelmern durch mehrmaliges Ab- und Einschalten des Stroms den Beginn eines neuen Jahres angekündigt.


Wegen der positiven Resonanz und der gastfreundlichen Bewirtung der zahlreichen Besucher durch den Heimatverein und seiner zahlreichen Helferinnen wird sich diese Form des "Mühlentags" wohl im
Veranstaltungskalender der Vorhelmer Vereine etablieren und eine Neuauflage erleben.


Bei idealem Sommerwetter fanden zahlreiche - auch auswärtige - Besucher den Weg zur historischen Mühle in Vorhelm. Dort standen die Türen am Sonntag allen Interessierten offen.  Foto: Franz Börste

 Franz Börste schreibt für Ahlen Vorhelm Web Portal und die Ahlener Zeitung

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