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Preußen leisteten echte Pionierarbeit

Pastor Hermann Honermann forschte im Urkataster

Auto, Fernseher, Radio, Telefon, Handy, Waschmaschine . . . – das muss man sich alles wegdenken, wenn man verstehen will, wie die Menschen in vorigen Jahrhunderten lebten. Nicht zu vergessen: ganz ohne Strom.

Gar nicht so einfach, stellten die Besucher des Vortrags von Pastor Hermann Honermann fest. Der Geistliche entführte sie jetzt in die Zeit um 1830, als preußische Landvermesser ins Hellbachdorf kamen, um die Grundbesitzverhältnisse festzustellen, zu benennen und erstmals in genauen Plänen festzuhalten.


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„Lassen Sie sich nicht von der alten Schrift abschrecken.“ – Pastor Hermann Honermann stellte die Ergebnisse von drei Jahren Katasterforschung vor.
„Diese Karten sind für Heimat- und Geschichtsforscher heute eine wahre Fundgrube“, sagte Honermann. „Die Materie ist für mich kein Neuland, denn ich habe früher mal bei der Stadt Rheine im Vermessungsamt gearbeitet.“ Beispiele aus Münster und Hamm, die der Geistliche per Tageslichtprojektor auf eine Leinwand warf, verdeutlichten, was die Vermesser vor 177 Jahren mit ihrer Arbeit bezweckten: „Es ging natürlich um die Berechnung von Steuern.“
Die Landvermesser kamen zu zweit nach Vorhelm, mit vier, fünf Handlangern vielleicht, berichtete der Referent. Dabei seien jene Preußen sicher nicht unbedingt willkommene Gäste gewesen. „Sie sprachen ja auch kein Platt. Und daher sind einige Bezeichnungen in den Karten nicht korrekt wiedergegeben.“

Umso bedeutungsvoller sei das gewesen, was die Besucher geleistet haben: „Ende August 1830 haben die Vermesser angefangen, im November waren sie schon fertig mit ganz Vorhelm. Die Preußen leisteten eine echte Pionierarbeit mit bescheidenen Mitteln wie wir heute sagen würden.“
153 Wohnhäuser  gab es damals in Vorhelm, berichtete der Pastor weiter. Diese seien alle ziemlich „dicht bewohnt“ gewesen. Jedes Haus habe schließlich einen riesigen Garten gehabt, alle waren Selbstversorger. Zur Nutzungsverteilung des Landes konnte Honermann Folgendes herausfinden: 43 Prozent des Vorhelmer Gebiets war damals Ackerland, 7,49 Prozent Wiese, 30,8 Prozent Weide, 1,10 Prozent Wege, 15,31 Prozent Wald, 0,04 Prozent Ödland – und nur 0,43 Prozent Häuser.


Ahlener Zeitung Christian Wolff schreibt für Ahlen-Vorhelm Web Portal und die Ahlener Zeitung

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