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Förderverein will Ensemble retten

Geschrieben von Heiner Klostermann

Gute Nachrichten aus Ahlens kleinstem Ortsteil: Ein Förderverein steht in den Startlöchern, um das historische Gebäudeensemble „Samson“ – einst Gasthof, Poststation und Außenstelle des Landgestüts Warendorf – vor dem Verfall zu retten.

Gute Nachrichten aus der Kapellengemeinde: Ein Förderverein will das Gebäudeensemble „Samson“, in dessen Kern der ehemalige Landgasthof steht, langfristig erwerben. Pastor Hermann Honermann und Josef Remmert helfen aktiv mit.  Foto: Christian WolffFast zehn Jahre Leerstand sind genug: Das Gebäudeensemble rund um den ehemaligen Landgasthof Tönnishäuschen soll nicht weiter dem Verfall preisgegeben werden. Eine Initiative, die sich innerhalb der vergangenen zwei Jahre formiert hat, will nun einen Förderverein gründen. Ziel ist langfristig der Erwerb der Immobilie, um sie für das Dorfleben sowie heimatliche und kulturelle Veranstaltungen wieder nutzbar zu machen.

Eigentlich sollte das Vorhaben noch intern bleiben, bis die Unterschriften nach der Gründungsversammlung getrocknet sind, doch Josef Remmert – als Nachbar des historischen Objekts selbst sichtlich in Vorfreude – machte das Projekt am Donnerstagabend bei der jüngsten Sitzung der Interessengemeinschaft Vorhelmer Vereine und Verbände (IG VVV) öffentlich. „Vielleicht bewirkt es ja, dass sich jetzt noch mehr Helfer finden, die uns unterstützen wollen“, sagte er am Freitagabend. „Es handelt sich eben nicht nur um eine simple Gaststätte, die auch noch auf viele Jahrhunderte Geschichte zurückblickt, sondern auch um eine uralte Deckstation des Westfälischen Landgestüts. Außerdem befand sich hier lange Zeit eine Poststation, deren Spuren noch ablesbar sind.“ Versuche der Eigentümerfamilie von Schall-Riacour, hier wieder einen Pächter oder Käufer anzusiedeln, verliefen letztlich im Sande, weshalb einige Tönnishäuschener nun selbst das Ruder in die Hand nehmen wollen. Ob es gelingt, kann niemand sagen. Aber: Der Wille ist da. „Wenn wir es nicht versuchen, wird es niemand sonst tun“, ist Remmert überzeugt. Als Landgasthof Tönnishäuschen ist die Immobilie überregional bekannt.

Weil so viel Geschichte in den Mauern steckt, bezeichnen die Gründer das Ensemble prägnant mit dem Sammelbegriff „Kulturgut Samson“ – auch in Reminiszenz an die einstige Pächterfamilie Samson, die hier von 1792 bis 1978 ansässig war.

An dieser Stelle befand sich seit jeher der gesellschaftliche Mittelpunkt der Kapellengemeinde. Es liegt an der Kreuzung zweier uralter Handelswege (Friesenstraße und Hellweg). Seit dem 16. Jahrhundert ist an dieser Stelle eine Gaststätte belegt. Erkenntnisse der Heimat- und Familienforschung belegen die besondere Bedeutung der Anlage für die Kultur- und Heimatgeschichte.

Laut vorläufiger Satzung soll der Verein der Mittelakquise dienen, um Erwerb und Erhalt zu stemmen – durch Spenden, Fördermittel und Mitgliedsbeiträge. Zusätzlichen können kulturelle Veranstaltungen und ehrenamtliche Tätigkeiten den Fortbestand des Gebäudes sichern, das schrittweise saniert werden und sich langfristig für öffentliche oder vereinsinterne Kultur-, Brauchtums- und Bildungsveranstaltungen öffnen soll. Die drei Säulen der Gebäudehistorie (Gasthaus, Poststation und Pferdedeckstelle) würden dabei in Form von Dauerausstellungen sicht- und erlebbar gemacht. Im Sinne der Landschaftspflege sollen die umliegenden Garten- und Baumbestände ebenso erhalten bleiben.

az logoAhlener Zeitung, Bericht: Christian Wolff