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Nicolaikirche braucht weiter jeden Cent

Im vorigen Jahr schwebte die mögliche Schließung der Nicolaikirche wie ein Damoklesschwert über der evangelischen Gemeinde. Inzwischen ist die Schließung abgewendet. Am Sonntag übernahm offiziell der Förderverein die Unterhaltung und Bewirtschaftung des Vorhelmer Gotteshauses.

 „Als wir vor sieben Jahren den Förderverein gegründet haben, habe ich nicht gedacht, dass so etwas auf uns zukommt“, sagte Christiane Hoke, Vorsitzende des Fördervereins der evangelischen Nicolaikirche. Sie begrüßte am Sonntag die Gäste zum Neujahrsempfangs der evangelischen Kirchengemeinde. Das besondere: Dieser Empfang läutete gleichzeitig eine neue Zeit für die Nicolaikirche ein. Seit dem 1. Januar 2013 übernimmt der Förderverein die Unterhaltungs- und Bewirtschaftungskosten des evangelischen Gotteshauses.

Bereits im März vergangenen Jahres hatte das Presbyterium der Kirchengemeinde nach intensiven Überlegungen den Beschluss gefasst, sich von den Räumen der Nicolaikirche zu trennen, erklärte Pfarrer Manfred Böning in seiner Ansprache nach dem gemeinsamen Frühstück am Sonntag.

Aus dem Protest der Vorhelmer sei etwas Positives gewachsen: Der Förderverein habe sich dazu entschlossen, die Kirche zu unterhalten und zu bewirtschaften. „Anders, als wir es befürchtet hatten, treffen wir uns heute hier“, freute sich Böning, dass die Nicolaikirche weiter eine Heimat für evangelische Christen in Vorhelm bleibt. Bereits zu Beginn der Übernahme habe der Vorstand der Fördervereins wahrgenommen, dass die Heizung der Kirche saniert und reparierte werden müsse.

Das bedauere das Presbyterium sehr, erklärte Böning, könne jedoch finanziell nicht mehr helfen. Allerdings würden weiterhin die Reinigungskosten der Nicolaikirche, der Organisten- und Predigtdienst und „alles, was wir für die Durchführung von Gottesdiensten brauchen“, aus Kirchensteuermitteln in diesem Jahr übernommen, so Böning weiter.

Förderverein und Presbyterium werden sich monatlich zu Gesprächen treffen, im Oktober werde in einer Gemeindeversammlung vorgestellt, wie sich die Zukunft der Nicolaikirche in den kommenden drei Jahren entwickeln könnte. Sie hätten sich ein schweres Amt vorgenommen, wusste Fördervereins-Vorsitzende Hoke. „Wir möchten es Jahr für Jahr schaffen“, formulierte sie ihre Zuversicht.

Einige Veranstaltungen und Feste habe der Förderverein für dieses Jahr bereits geplant. So tritt in einem gemeinsamen Konzert mit der katholischen Pfarrgemeinde Mona Lichtenhof am 8. März auf. Der Vorstand habe schon einiges an Geldern sammeln können, brauche jedoch weiterhin Spenden und sei für jede Unterstützung, egal in welcher Form, dankbar.

Musikalisch wurde der Empfang von Lena Wölky und Mona Diehl mit Saxophonmusik gestaltet. Die Organisatoren vom „Plauderstündchen“ in Sendenhorst überreichten Pfarrer Manfred Böning einen Betrag von 200 Euro für die Gestaltung des Eingangsbereichs der Friedenskirche.

Vize-Bürgermeisterin Rita Pöppinghaus-Voß, lobte die herzliche Atmosphäre und Wärme in der Nicolaikirche. Der Förderverein habe sich mit dem Frühstück eine unglaubliche Mühe gegeben. Sie zollte dem Verein ihre Anerkennung für die Aufgabe, die er übernommen habe und wünschte viel Erfolg: „Dass die Gemeinde nicht nur zum Frühstück kommt, sondern die Kirche belebt.“

Auch Landtagsabgeordneter Henning Rehbaum war begeistert vom Frühstück, das der Förderverein regelmäßig anbietet. Nicht nur evangelische, auch katholische Christen würden das Angebot annehmen. „Ein tolles Beispiel für Ökumene.“ An diesem „schönen, aber auch nachdenklichen Tag“ wünschte er dem Förderverein viel Kraft und Freude für diese Aufgabe. Im anschließenden Gottesdienst hielt die stellvertretende Superintendentin, Pfarrerin Kerstin Goldbeck, die Predigt. Sie begleitet die Gemeinde seit 2009 in der Strukturberatung.

az logo Anke Weiland schreibt für die Ahlener Zeitung