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"Politik nach Gutsherrenart"

Geschrieben von Jens Rademacher

Schützenverein übernimmt Volkstrauertag

Jahrzehntelang hat der Heimatverein Vorhelm die Gestaltung und Organisation des Volkstrauertages im Hellbachdorf übernommen. Jetzt wird dies der Schützenverein tun.


Am Vorhelmer Ehrenmal finden die Gedenkfeiern stattEher nebenbei, aus einem Infobrief des Schützenvereins, hat das einer erfahren, der seit mehr als 25 Jahren wesentlich in die Vorbereitung der Gedenkfeier eingebunden war. Herbert Leifker hatte Anfang der 1980er-Jahre diese Aufgabe übernommen. Für ihn sei es immer eine Verpflichtung gegenüber seinen gefallenen und vermissten Familienangehörigen und allen gefallenen Vorhelmer Bürgern gewesen, diese Tätigkeit auszuüben.

Das Aufbauen des Rednerpultes, das Herrichten der Fahnen und Fackeln, all dies sei Ehrensache für ihn gewesen, sagte Leifker.

"Bei der Auswahl der Redner und beteiligten Gruppen hat der Heimatverein immer auf Neutralität geachtet, und dass die Veranstaltung nicht parteipolitisch oder ideologisch angehaucht war." Der Heimatverein habe im jährlichen Wechsel Redner aus dem aktiven Militärdienst und aus dem zivilen Bereich eingeladen.

Diese gute Tradition sieht Herbert Leifker mit dem Wechsel der Zuständigkeit gefährdet. Der Grund seien Querelen im Vorfeld der letztjährigen Gedenkfeier zum Volkstrauertag. Da hatte der Heimatverein den früheren Stadtdirektor Dr. Gerd Willamowski als Redner eingeladen, zu dieser Zeit Bürgermeisterkandidat von SPD, Grünen und FDP. Das sei, so berichtet Leifker, wohl Ralf Kiowsky, Vorsitzender des Schützenvereins und CDU-Ratsherr, sauer aufgestoßen. Der hätte gemeint, dass es ein Affront gegen Bürgermeister Benedikt Ruhmöller (CDU) sei, den Gegenkandidaten reden zu lassen, Ruhmöller müsse eingeladen werden, erinnert sich Leifker. Das geschah letztlich auch. Und Kiowsky habe damals angekündigt, die Schützen würden die Gedenkfeier künftig ausrichten.

Dies sei ja nun wohl der Fall, sagt Leifker. Den Satz darin "Wir Schützen sehen es als eine Bürgerpflicht an, ... die Gedenkveranstaltung ... langfristig zu sichern", empfindet er als Ohrfeige für den Heimatverein. Seit 1954 habe man die Tradition bewahrt. "Sollte es wirklich so sein, dass man den Heimatverein nicht mehr gebrauchen kann, um ungestört durch die Parteibrille die Redner auszusuchen, dann will ich nicht mehr im Weg stehen", sagt Leifker. Denn für ihn passe Politik nach Gutsherrenart nicht mehr in die heutige Zeit.

Jens Rademacher schreibt für das Ahlener Tageblatt

 

Den ungekürzten Leserbrief Herbert Leifkers lesen Sie in unserem Bürgerforum

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