Ahlen-Vorhelm Web Portal

Ahlen-Vorhelm

Alte Ladestr.26 ,
59227 Ahlen-Vorhelm

Stadt Ahlen 02382-590
info@ahlen-vorhelm.de

Kräftemessen zwischen Mensch und Maschine

Geschrieben von Sebastian Schnurpfeil

Beim Pulling ziehen die Mannschaften einen LKW1. Vorhelmer „Feuerwehr-Pull“: Landwirte siegen

Volksfeststimmung im Wibbeltdorf: Viele Hundert Besucher tummelten sich am Sonntag auf dem Gelände des Löschzugs Vorhelm. Das große Feuerwehrfest an der Augustin-Wibbelt-Straße war ein Spektakel für Jung und Alt.

„Das ist wirklich der Wahnsinn“, freute sich der Zugführer der Freiwilligen Feuerwehr Vorhelm, Hubertus Heimann, über die Resonanz beim sogenannten „Feuerwehr-Pull“. Zum ersten Mal fand dieses erweiterte „Tauziehen“ mit einem Feuerwehrwagen statt. Ziel der Mannschaften war es, ein Löschfahrzeug mit einem Gewicht von etwa zwölf Tonnen mit reiner Muskelkraft über eine Strecke von 50 Metern zu ziehen. Keine leichte Aufgabe also, aber es lockten auch viele attraktive Preise.

 

Die Moderation des Spektakels übernahm Heinrich Schlautmann, während Zugführer Hubertus Heimann jeweils den Startschuss gab. Zwölf Teams aus Vorhelm und Umgebung gingen hier an den Start, um sich in dieser Disziplin zu messen.

Bei den Herrenmannschaften setzte sich der Landwirtschaftliche Ortsverein Vorhelm (23,7 Sekunden) durch und erhielt dafür 50 Euro in Form von Wertmarken. Während die Schützensektion (23,9 Sekunden) auf Platz zwei landete, teilten sich der Löschzug der Paten-Feuerwehr aus Münster-Lövelingloh und die Maschinisten der Feuerwehrhauptwache aus Ahlen (beide 24,1 Sekunden) den dritten Platz.

Bei den weiblichen Teams war es die Damengarde des Allgemeinen Schützenvereins (27,7 Sekunden), die sich auf dem Siegertreppchen ganz oben platzierte.

Zusätzlich zu diesem Spektakel präsentierten die Kameraden den Zuschauern ihre vielfältigen Einsatzmöglichkeiten. Übungen und Vorführungen demonstrierten unter anderem das richtige Verhalten im Brandfall oder die Vermeidung von Fett-Explosionen (weiterer Bericht auf dieser Seite). Speziell für die Kleinen wurden ein Kinderprogramm und eine Spritzwand zum Feuerlöschen angeboten.

Tag der offenen Tür beim Löschzug Vorhelm / Brandheißes Spektakel

Auf dem Dach des Feuerwehr-GerätehausesEin lauter Knall, eine sich anschließende größere Explosion und ganz viel Rauch – auf dem Dach des Feuerwehrgerätehauses an der Augustin-Wibbelt-Straße ist am Sonntagnachmittag einiges los. Der stellvertretende Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Ahlen, Jürgen Fleuter, steht auf sicherem Boden, während er gen Himmel blickt: „Was hat Trecker Schlautmann da oben nur wieder angestellt?“, richtet er sich an die Zuschauer.

Während diese noch spekulieren, läuft Brandinspektor Heinrich Schlautmann weiter oben erst richtig warm. Er lässt Böller explodieren, schießt Raketen in die Luft und zündet sogar eine Rauchbombe – und das alles absichtlich. Besonders die Steppkes fiebern bei dieser Übung im Rahmen des Feuerwehrfestes im Wibbeltdorf gnadenlos mit und rufen allesamt „Es brennt“. Schnell setzen die Kinder spielerisch einen Notruf ab. Wenige Minuten vergehen und die Einsatzwagen verschiedener Löschzüge treffen ein. Da sich die in Gefahr befindende Person offenbar nicht durch das Treppenhaus retten lässt, müssen die Kameraden ihre Arbeit mittels Teleskopkran in luftiger Höhe verrichten. Die Zuschauer sind restlos begeistert und spenden den aktiven „Blauröcken“ reichlich Applaus.

Kurz darauf präsentieren die Kameraden den Interessierten, was bei einer Fettexplosion durch Siedeverzug passiert, wenn fälschlicherweise versucht wird, diesen Fettbrand mit Wasser zu löschen. Da brennendes Fett oder Öl bereits bei seiner Entzündung mehrere hundert Grad Celsius heiß ist, verdampft zugegebenes Wasser schlagartig. Aus einem Liter Wasser entstehen ca. 1700 Liter Wasserdampf. Weil das Wasser jedoch einige Sekundenbruchteile benötigt, um im heißen Fett zu verdampfen, sinkt es vorher noch in dieses ein. Durch die explosionsartige Verdampfung wird das brennende Fett mit dem Wasserdampf aus dem Behälter gerissen und hat für den sich in unmittelbarer Umgebung befindlichen Löschenden oftmals verheerende Auswirkungen. Und so können sich die Zuschauer mit Sicht auf eine etwa vier Meter hohe Feuersäule selbst ein Bild aus sicherer Entfernung von diesem Szenario machen.

 

Sebastian Schnurpfeil schreibt für Ahlen Vorhelm Web Portal und die Ahlener Zeitung

Kategorie: