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Erinnerungen an Nachfahren weitergeben

Geschrieben von Sebastian Schnurpfeil

Wiedersehen der Krotenpfuhler

„Guten Tag, liebe Dorfgemeinde Krotenpfuhl“ – nach Manier eines Magistrats begrüßte Martin Schneider am Samstagnachmittag knapp zwei Dutzend Heimatverbundene im Saal des Gasthauses „Pelmke“ in Vorhelm. Zusammen mit Klemens Gründel führte er durch die diesjährige „Krotapfehler Kermes“, die bereits auf eine sehr lange Tradition blickt

„Vor einigen Wochen habe ich noch die Dorfchronik von damals gelesen“, erinnerte sich Martin Schneider in seiner Ansprache und unterstrich, „dass die Aufzeichnungen von damals einem auch heute noch unter die Haut gehen.“ 64 Jahre ist die Vertreibung von über 15 Millionen Menschen aus den deutschen Ostgebieten mittlerweile her. Knapp 100 Menschen mussten am 20. März 1946 aus dem kleinen schlesischen Dorf in der Grafschaft Glatz fliehen. Nicht mehr als 20 Minuten blieben ihnen, um all ihr Hab und Gut zusammenzupacken und das Haus zu verlassen. Etwa eine Woche später begannen die Flüchtlinge in Vorhelm einen Neuanfang.

„An dieser Stelle möchte ich mich noch einmal dafür bedanken, dass wir im Nachhinein doch recht positiv von den Bürgern aufgenommen wurden“, richtete sich Martin Schneider im nächsten Atemzug an die Öffentlichkeit.

Die damalige Skepsis der Bewohner Vorhelms, die den Krotenpfuhlern anfangs entgegengebracht wurde, sei „menschlich“ gewesen. „Uns liegt es daher sehr am Herzen, dass auch die nachwachsende Generation die damalige Vertreibung und die heutige Verständigung mit den deutschen Ostgebieten mit großem geschichtlichen Interesse verfolgt“, erklärte Martin Schneider.

Bei Kaffee und Kuchen frischten die Vertriebenen Erinnerungen an ihren Heimatort auf und diskutierten eifrig über die Geschehnisse. Außerdem war Großdechant Franz Jung aus Münster, Visitator für die Katholiken der Grafschaft Glatz, im Wibbeltdorf zu Gast und berichtete in seiner Rede über die aktuellen Ereignisse.

Anschließend besuchten die Vertriebenen traditionell die Krotenpfuhl-Gedenktafeln an der Alten Mühle, ehe sie am Abend den Tag mit einem gemeinsamen Essen gemütlich ausklingen ließen. Am darauffolgenden Sonntagmorgen gedachten die Krotenpfuhler dann der Lebenden und Verstorbenen der schlesischen Gemeinde in einer heiligen Messe in der St.-Pankratius-Pfarrkirche, ehe sich die Besucher auf ein nächstes Treffen verabschiedeten.

Sebastian Schnurpfeil schreibt für Ahlen-Vorhelm Web Portal und die Ahlener Zeitung

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