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Dank dünner Antenne stets auf Draht

Geschrieben von Israel Mossad
Amateurfunker sind kommunikativ

„DL8CF muss Schluss machen, viele Grüße und einen schönen Abend noch“, sendet Funkamateur Christian Freyer noch ins Mikro, ehe er sich den  Fragen des Reporters stellt.

Foto: Sebastian Schnurpfeil
Die Antenne auf dem Dach ist besser als die "Quäke" in der Hand
Zunächst einmal der zur Buchstaben-Zahlen-Kombination: „DL steht für Deutschland, die Zahl 8 gibt den Bereich an und CF sind meine Initialen’, erklärt das Mitglied des Deutschen Amateur-Radio-Clubs e. V. (DARC). Etwa 50 000 Mitglieder hat der DARC in Deutschland – über 50 davon funken regelmäßig aus Tönnishäuschen. Nicht nur zum Spielplatz und zurück, sondern um die ganze Welt.

„Es gibt (fast) nichts, das wir nicht machen könnten“, zeigt Werner Roll, der Vorsitzende des Vereins im Antoniusdorf, auf die Antennen auf dem Dach und die technische Ausrüstung. „Funken ist ein vielseitiges Hobby“, weiß Werner Roll und geht ins Detail. Etwa den Datenfunk per Computer nennt er als Beispiel.

Foto: Sebastian Schnurpfeil
Technik ist Voraussetzung für Daten- und Informationsaustausch
Lange bevor es drahtlose Computernetzwerke oder Handys gab, war Deutschland bereits vernetzt. In das so genannte „Packet-Radio“-Netzwerk loggten sich teilnehmende Funkamateure lokal ein und tauschten Informationen und Dateien aus. Zusätzlich gebe es neben der Bildübertragung  natürlich den Sprechfunk und die Telegrafie, betont Werner Roll. „Die Kurzwelle bietet uns weltweiten Funkverkehr“, fängt Christian Freyer stolz an zu berichten.

Mit einem dünnen Antennendraht im Garten werden bei Funkverbindungen nicht nur geografische, sondern auch Sprachkenntnisse vertieft. Im Vereinsraum in der Alten Schule werden sie gesammelt, die so genannten „QSL-Karten“, die weltweiten Funkverkehr schwarz auf bunt belegen können. Gesprächsnotizen mit Funkern aus Japan, Thailand und den USA sind da keine Seltenheit.

 

Foto: Sebastian Schnurpfeil
Werner Roll (l.) und Christian Freyer in Kontakt mit der Welt
„Wir haben prima Verbindungen“, schwärmt Christian Freyer und denkt dabei an Großereignisse wie etwa den Berliner Mauerfall zurück. „Ich war zu der Zeit vom Deutschen Roten Kreuz in Armenien und raten Sie mal, wie ich erfahren habe, dass die Mauer gefallen ist?“ Richtig. durch den Funkverkehr. „Funkamateure gibt’s überall“, unterstreicht auch Werner Roll und berichtet von Verbindungen zu Flugzeugen, Heißluftballons und fernen Ländern.

Doch bevor man einmal um den Erdball funken kann, muss jeder Amateurfunker eine Prüfung in zwei Klassen ablegen. Die unterscheiden sich zwischen Einsteiger- und Fortgeschrittenenklasse. Obwohl die späteren „Profis“ nach bestandener Prüfung relativ viele Freiräume haben, müssen sie sich an bestimmte Regeln halten. „Die Bundesnetzagentur weist uns regelmäßig die Frequenzbereiche zu, in denen wir funken dürfen.“, klärt Werner Roll für den Laien auf. Aber wenn es dann erst einmal losgeht, ist für jeden Technik-Begeisterten etwas dabei. „Mittlerweile ist ja das alte C-Mobilfunknetz abgeschaltet und moderne Handys haben ihrem Vorgängernetz den Rang abgelaufen“, führt Christian Freyer aus. „Bevor nun die alten C-Netz-Autotelefone verschrottet werden, nehmen wir sie lieber“, lächelt der technikversierte Funker zufrieden. Und dann nimmt der Umbau seinen Lauf. In „ein paar Arbeitsstunden“ werde geschraubt, gelötet und gebastelt, ehe es fertig ist – das selbstgebaute Funkgerät. Kosten: 30 bis 40 Euro Materialeinsatz.

„Neben den Erwachsenen haben besonders die Kinder und Jugendlichen viel Spaß bei uns“, sprechen Werner Roll und Christian Freyer die Nachwuchsarbeit des  Vereins an. „Reinschnuppern lohnt sich“, macht Werner Roll Lust auf mehr. Interessierte seien jederzeit  willkommen.
Der Verein trifft sich immer  sonntagmorgens in der Alten Schule in Tönnishäuschen.          

 Sebastian Schnurpfeil schreibt für Ahlen-Vorhelm Web Portal und die Ahlener Zeitung

 


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