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30 Augenpaare auf Grenzgang

Heimatvereine belebten nach zehn Jahren die „Schnade“-Tradition wieder

Bei sommerlichen Temperaturen trafen sich am Sonntagnachmittag über 30 Interessierte  nach zehnjähriger Abstinenz zu einem Schnadegang. „Die gemeinsame Grenzbegehung hat eine lange Tradition“, sagte Willi Bücker, stellvertretender Vorsitzender des Heimatvereins Vorhelm. Diesmal war der Bereich zwischen Alter Münsterweg und Langst an der Reihe. Los ging es  am Modellflugplatz in der Tönnishäuschener Bauerschaft Nienholt.

ImageOrganisiert wurde der Schnadegang vom Vorhelmer Heimatverein Vorhelm und dem Heimatförderkreis Ahlen. Doch was passiert eigentlich bei einem Schnadegang? Der Schnadegang, mitunter auch Schnadezug, Schnatgang, in  einigen Landesteilen auch Grenzgang oder Grenzegang genannt, ist in zahlreichen Gemeinden ein alter, wiederbelebter Brauch. „Schnade“ – auf Plattdeutsch auch „Snat“ oder „Schnaot“ – ist verwandt mit „Schneise“ und bedeutet Grenze. Zurückzuführen sind die Rundgänge auf Streitigkeiten der Orte wegen angeblicher oder tatsächlicher Grenzverschiebungen.


Früher dienten Waldschneisen, Bäche, Hecken oder Gräben als Grenzmarkierung. Bis zum  17. Jahrhundert pflanzte man zur Markierung auch  Bäume, in die man mit der Axt ein Kreuz hineinschlug. Später ging man zur Verwendung von Grenzsteinen (Hütesteinen) über.
Über 30 Augenpaare wollten nun die ursprünglichen Grenzverschiebungen prüfen. Der begangene Bereich schließt sozusagen eine Lücke, denn die umliegenden Grenzen waren in den vorigen Jahrzehnten schon abgegangen worden, informierten die Heimatfreunde.

Vom Hof Schwarte aus ging es Sonntag zunächst in südlicher Richtung zur gemeinsamen Grenze, an die auch Sendenhorst kreuzt. Gewandert, beziehungsweise geradelt wurde stets entlang des Nienholtbachs. Und der erste Halt am „Drei-Länder-Eck“ zwischen Sendenhorst, Vorhelm und Ahlen durfte natürlich auch nicht fehlen.

Nach  einer zwischenzeitlichen Rast auf dem Hof Kalverkamp fand der Schnadegang gegen Abend am Hause Brinkkötter an der Langst sein gemütliches Ende.  
Mitglieder des Heimatvereins Vorhelm und des Heimatförderkreises Ahlen trafen sich am Sonntagnachmittag zu einem Schnadegang – nach zehn Jahren Pause

 Sebastian Schnurpfeil schreibt für Ahlen-Vorhelm Web-Portal und die AZ (Ahlener Zeitung)

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