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Hugo Angsmann verstorben

Geschrieben von Christian Wolff

Im Alter von fast 90 Jahren ist am frühen Montagmorgen Hugo Angsmann verstorben. Er war von 1972 bis 1975 der letzte Wehrführer der damals noch selbstständigen Gemeinde Vorhelm.

Über viele Jahrzehnte prägte Hugo Angsmann das politische und gesellschaftliche Leben in Vorhelm – vor allem die Freiwillige Feuerwehr. In der Nacht zu Montag ist er im Alter von 89 Jahren verstorben.

Hugo Angsmann, der am 22. Juli 1928 das Licht der Welt erblickte, entstammt einer großen Vorhelmer Familie. Nach der Schulzeit erlernte er das Maurerhandwerk. Später absolvierte er eine Ausbildung zum Sprengmeister und nahm seine Tätigkeit im ortsansässigen Zementwerk Bosenberg auf.

Bereits im Alter von knapp 15 Jahren – am 1. Mai 1943, also mitten im Zweiten Weltkrieg – trat der Vorhelmer in die Freiwillige Feuerwehr der damals selbstständigen Gemeinde ein.

Hugo Angsmann (1929 - 2018)Auch in den Nachkriegsjahren verpasste Angsmann kaum einen Dienst und rückte zu zahlreichen größeren Einsätzen, darunter einige Bauernhofbrände, aus. Im Jahr 1972 übernahm er von Heinz Schräder das Amt des Wehrführers. In diese Zeit fielen auch die Planungen zum Bau eines neuen Feuerwehrgerätehauses. Schließlich zogen die Kameraden aus ihren beengten Verhältnissen an der Schulstraße zum Neubau an der Augustin-Wibbelt-Straße um. Damit einher ging auch die Erweiterung des Fahrzeugparks. Besonders stolz berichtete Hugo Angsmann noch vor wenigen Jahren von der Indienststellung eines neuen Tanklöschfahrzeugs (TLF) im Beisein von Pastor Fritz Völker.

Daneben saß Hugo Angsmann für die SPD im Vorhelmer Gemeinderat und erfreute sich in seiner Freizeit am jagdlichen Brauchtum. Für ein spontanes Gespräch, das sich oft ergab, wenn er mit seinem Hund unterwegs war, nahm er sich gerne Zeit.

Als die Gemeinde Vorhelm zum 1. Januar 1975 ein Ortsteil von Ahlen wurde, formierte sich die Dorffeuerwehr zu einem Löschzug, dessen Führung Angsmann übernahm. Zum 31. Januar 1986 entpflichtete ihn der Stadtbrandmeister auf eigenen Wunsch von diesem Amt. Doch die Feuerwehr blieb weiterhin ein Schwerpunkt für ihn. Sein Bruder Hubert Angsmann war zur selben Zeit Vorsitzender des Allgemeinen Schützenvereins.

Ein schwerer Schicksalsschlag war für Hugo Angsmann der Tod seiner Ehefrau Marianne. Danach zog er sich immer mehr zurück, besuchte aber – soweit es seine Gesundheit erlaubte – weiterhin die Treffen der Alters- und Ehrenabteilung im Löschzug Vorhelm.

„Ich habe Hugo Angsmann immer als netten und ehrlichen Menschen erlebt, der sehr umgänglich und neuen Dingen gegenüber aufgeschlossen war“, sagt der Ahlener Wehrführer Walter Wolf. „Als ich nach Vorhelm kam, hat er mich mit offenen Armen empfangen.“ Auch Hubertus Heimann, der bis zu diesem Jahr die Zugführung in Vorhelm innehatte, erinnert sich gerne an die Ratschläge des Verstorbenen zurück. „Er hatte sehr viel Erfahrung“, betont er. Auch Nachwuchspflege hatte Angsmann im Blick. Gemeinsam mit Herbert Brinkkötter stellte er Mitte der 1980er Jahre die erste Jugendfeuerwehrgruppe im Hellbachdorf auf.

In den vergangenen drei Jahren lebte Angsmann im Seniorenzentrum „Drüke Möhne“.

 

az logoAhlener Zeitung, ein Nachruf von Christian Wolff

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