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Wolfgang Lamché gestaltet Wulfbert Denkmal

Geschrieben von Christian Wolff

Dem ältesten belegbaren Vorhelmer wird ein Denkmal gesetzt. Der Künstler Wolfgang Lamché gestaltet ein Bronzerelief. Damit bleiben die jahrelangen Forschungen von Pastor Hermann Honermann auch für kommende Generationen sichtbar.

Den Standort für das geplante Wulfbert-Denkmal erörterten der Bildhauer Wolfgang Lamché und die Mitglieder des Planungskreises mit (v. l.) Willi Wienker, Peter Fliegener, Pastor Hermann Honermann, Herbert Leifker und Heiner Lüring. Foto: Johanna Fleuter Es genügt nicht, Geschichte aufzuschreiben. „Sie verschwindet viel zu oft in Büchern und wird nur von wenigen gelesen“, sagt Pastor Hermann Honermann. Deshalb möchte er sie greifbar machen – für Dorfbewohner, Gäste und kommende Generationen. Ein Denkmal für Wulfbert, dem ältesten belegbaren Vorhelmer, ist schon lange sein großer Traum. Und der wird nun erfüllt.

Die Vorhelmer Vereine ebneten den Weg, damit Wulfbert passend zum 80. Geburtstag des emsigen Heimatforschers am 11. August als 1,10 Meter breites Bronzerelief auf einem etwa 1,40 Meter hohen Naturstein eingeweiht werden kann. Das reliefartige Bildnis zeigt neben dem Protagonisten auch dessen Frau, deren Name nicht überliefert ist, und das Kind Amulger, das nach einem Pilgerweg nach Werden geheilt wurde. Flankiert wird das Trio von einer angedeuteten Kapelle und einem erklärenden Spruch. Das Fundament wird in Eigenleistung erstellt. „Es handelt sich um den ältesten Beleg unserer Ortsgeschichte“, erklärte Honermann. Somit eigne sich das künftige Denkmal auch als Ausgangspunkt von Führungen.

Innerhalb von gut vier Monaten hat der Vorschlag konkrete Formen angenommen, die am Donnerstagabend bei der Sitzung der Interessengemeinschaft Vorhelmer Vereine und Verbände viel Zuspruch bekamen. „Wir können stolz darauf sein, dass Vorhelm eine so lange Geschichte hat. Dank Wulfbert ist unser Ort bereits vor über 1150 Jahren bezeugt“, sagte Honermann in seinem Sachstandsbericht zu dem Projekt. Die IG hatte ihm im Herbst die Legitimation erteilt, die Umsetzung des Denkmals gemeinsam mit einem Planungsstab voranzutreiben (die „AZ“ berichtete). „Wir haben von drei heimischen Künstlern ganz verschiedene Entwürfe eingeholt“, berichtete der emeritierte Pfarrer. Letztlich sei die Wahl auf den Ennigerloher Künstler und Bildhauer Wolfgang Lamché gefallen. Eine erste Bleistiftskizze, die natürlich noch modifiziert wird, ließ der Initiator bereits herumgehen.

Im Laufe seiner umfangreichen Archivrecherchen fand Hermann Honermann heraus, dass Wulfberts Familie um das Jahr 864 im Bereich der heutigen Höfe Schulze Middig und Thiemann gelebt hat. „Das heißt nicht, dass wir das Denkmal dort hinstellen sollten. Ich glaube, das wäre zu abgelegen“, erläuterte der Geschichtskenner. Gemeinsam mit Lamché wurde jetzt ein Standort nahe der St.-Pankratius-Kirche gesucht und gefunden. „Das ist Kirchengrund, da müssen wir uns keine Sorgen machen“, meinte IG-Chef Josef Remmert und lobte das Planungsteam. „Man darf nicht vergessen, wie viel ehrenamtliche Arbeit bereits im Vorfeld dieser Sache geleistet worden ist.“

Finanziert werden soll das Denkmal über Spenden und Fördermittel, auch aus den Reihen der Vereine. Der federführende Heimatverein hat dazu ein Sonderkonto eingerichtet und stellt bei Bedarf auch Spendenquittungen aus. „Kein Verein wird verpflichtet, etwas beizusteuern. Alles ist freiwillig“, betonte Josef Remmert. Und Pastor Hermann Honermann wurde ganz konkret: „Ich habe alles, was ich brauche. Wer mir zum Geburtstag etwas Gutes tun möchte, sollte etwas für Wulfbert übrig haben.“

Hintergrund: Die Geschichte von Wulfbert

Es ist das Jahr 864 oder 865. Wulfbert lebt in Vorhelm und hat einen Sohn namens Amulger. Dieser ist erst fünf Monate alt und lebensgefährlich erkrankt. Die medizinischen Möglichkeiten sind damals äußerst bescheiden. Wulfbert weiß aus Erzählungen, dass der heilige Liudger zu Lebzeiten in Ahlen einen Blinden geheilt haben soll und dass auch jetzt noch Kranke oder deren Angehörige zum Grab des Heiligen in Werden an der Ruhr pilgern. Wulfbert setzt seine ganze Hoffnung auf Gott, verspricht ihm, nach Werden zu pilgern. Die etwa 100 Kilometer legt er gemeinsam mit seiner Frau zurück, das Kind auf dem Arm. In Werden wird ihnen erlaubt, eine Nacht betend am Grab Liudgers zu verbringen. Danach soll die volle Heilung eingetreten sein. Voller Dankbarkeit kommt die Familie zurück nach Vorhelm.

az logoAhlener Zeitung, Bericht: Christian Wolff

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