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Geldsegen zum ersten Geburtstag

Geschrieben von Ralf Steinhorst

Um Erwerb, Sanierung und Wiederbelebung des einstigen Landgasthofes Tönnishäuschen zu stemmen, ist der Förderverein „Kulturgut Samson“ auf Spenden und Fördermittel angewiesen. Jetzt überbrachte die Sparkasse eine beachtliche Finanzspritze, um das Projekt zu unterstützen.

Reminiszenz an die Zeiten der Deckstation: Sparkassen-Centerleiter Claus Fronholt (l.) überreichte neben der Finanzspritze „Warendorfer Pferdeäppel“ an Willi Wienker, Christian Wolff, Wolfgang Graf von Ballestrem und Ludwig Brinkkötter (v.l.) als Vertreter des Vereins „Kulturgut Samson“. Foto: Ralf SteinhorstKurz vor seinem einjährigen Bestehen hat der Förderverein „Kulturgut Samson“ eine beachtliche Finanzspritze von der Sparkasse Münsterland-Ost erhalten. Bei einem Ortstermin am ehemaligen „Landgasthof Tönnishäuschen“ informierte sich Claus Fronholt, Leiter des Beratungscenters Sendenhorst, am Donnerstagnachmittag über die Pläne und Ziele der Initiative.

Neben einem Gasthaus waren im Haus Samson eine Poststelle und eine Pferdedeckstation des Westfälischen Landgestüts Warendorf angesiedelt. Seit mehr als zehn Jahren ist dieser einstige gesellschaftliche Mittelpunkt verwaist. Versuche einer Neuverpachtung oder Vermarktung schlugen fehl. Mit dem Förderverein „Kulturgut Samson“ wird seit einiger Zeit ein ganz neuer Weg beschritten.

„Wir sahen nur noch zwei Möglichkeiten – dem Verfall weiter zuzusehen oder eine mögliche Rettung selbst in die Hand zu nehmen“, sagte Wilhelm Wienker, Vorsitzender des Fördervereins, beim Ortstermin. „So ein Projekt kann niemand alleine stemmen. Es war schnell klar, dass wir das nur durch einen Verein, durch eine Gemeinschaft von Gleichgesinnten, schaffen können.“

Nach langer Vorbereitung haben neun engagierte Bürger aus Tönnishäuschen, Vorhelm und Enniger am 30. November 2016 das Gründungsprotokoll unterzeichnet. In den darauffolgenden Monaten traten mehrere Dutzend Interessierte dem Verein bei. Nicht nur Mitgliedsbeiträge, vor allem die Akquise von Spenden und Fördermitteln dienen langfristig Erwerb, Sanierung und Wiederbelebung der Anlage als kulturelles Zentrum für Ausstellungen, Konzerte, Feste oder Versammlungen.

„Wir wollen hier keinen normalen Kneipenbetrieb schaffen, sondern einen Treffpunkt, an dem gleichzeitig die Geschichte sichtbar wird“, erläuterte der Vize-Vorsitzende Ludwig Brinkkötter und warb um weitere Spenden. Die Anerkennung der Gemeinnützigkeit ermögliche zudem die Ausstellung von Spendenquittungen.


Wir wollen einen Treffpunkt schaffen, an dem die Geschichte sichtbar wird.

Ludwig Brinkkötter


Der Schriftführer des „Kulturgut“-Vereins, Christian Wolff, betonte den Rückhalt der gräflichen Eigentümerfamilie von Schall-Riaucour, die das Projekt von Anfang an eng begleitet hat. „Das ist nicht selbstverständlich“, so Wolff. „Wir stehen im freundschaftlichen Austausch. Auch auf Haus Vorhelm wird viel Wert auf Heimatpflege und Geschichtsbewusstsein gelegt.“ Angesichts der beachtlichen Ziele sei dem Förderverein von vornherein Entgegenkommen signalisiert worden. „Es steht ja außer Frage, dass wir nicht mal eben einen arabischen Scheich aus dem Hut zaubern können, sondern durch viele große und kleine Aktionen die nötigen Finanzmittel zusammentragen müssen.“ Die 5000 Euro von der Sparkasse seien ein wichtiger Baustein.

Claus Fronholt lobte das große Engagement in Ahlens kleinstem Ortsteil und hatte als kleine Reminiszenz an die Zeiten der Deckstation „Warendorfer Pferdeäppel“ als Präsent mitgebracht. „Die Menschen brauchen gerade in der heutigen Zeit Orte, mit denen sie sich identifizieren können, die durch ihre Besonderheit hervorstechen. Haus Samson ist so ein Ort.“

az logoAhlener Zeitung, Bericht: Ralf Steinhorst

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