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Auf seltene Details gestoßen

Geschrieben von Jens Vogelsang

Michael und Denis Brinkkötter sind dafür bekannt, historischen Feuerwehrfahrzeugen neues Leben einzuhauchen. Jetzt waren sie mit den „Oldies“ zu Gast in Enger, wo für sie extra eine Halle der Herforder Kleinbahn freigeräumt wurde.

Sonst steht die Herforder Kleinbahn in dieser Halle. Für die Vorstellung der historischen Fahrzeuge der Ahlener Feuerwehr durch Michael Brinkkötter wich sie aus. Foto: Jens VogelsangSie wurden als Rund- und später als Eckhauber gebaut. Ihre Technik galt als besonders zuverlässig und ihre luftgekühlten Dieselmotoren als unverwüstlich. Feuerautos von Magirus-Deutz waren in den 1950er und 1960er Jahren in nahezu jeder Feuerwache zu finden – auch in Ahlen. Am Kleinbahnmuseum in Enger bei Herford waren jetzt einige besondere Exemplare zu sehen zu sehen.

Cheforganisator Rainer Dehne gilt als Kenner der Szene. Er hatte die Kontakte zu den Besitzern der historischen Feuerwehrfahrzeuge geknüpft, unter anderem zu Michael Brinkkötter aus Ahlen. Um für dessen Exponate Platz zu schaffen, hatten die Organisatoren extra den historischen Straßenbahnwagen der Herforder Kleinbahnen aus seinem Depot geschoben. So konnten Michael Brinkkötter und Sohn Denis die Halle nutzen, um darin zwei ganz besondere Magirus-Raritäten zu zeigen. Die beiden Ahlener präsentierten ihre Schätzchen samt Beladung dabei so authentisch im Stil der Zeit, dass sich die Besucher in die 1960er Jahre zurückversetzt fühlten.

Bei dem älteren der beiden Veteranen handelte es sich um einen Magirus „F Mercur 125 A“ aus dem Jahr 1961, der von einem luftgekühlten Sechszylinder-Diesel (125 PS) angetrieben wird. Die eigentliche Besonderheit: Hersteller Klöckner-Humboldt-Deutz fertigte ihn für die Feuerwehr Ahlen als Gerätewagen 2. „Das waren die Vorläufer der heutigen Rüstwagen“, erläuterte Michael Brinkkötter, der selbst als hauptamtlicher Feuerwehrmann arbeitet und das ausgemusterte Einsatzfahrzeug 1990 übernahm. „Damals befand sich das Auto in einem schlechten Zustand, weil es jahrelang in der feuchten Waschhalle der Wache gestanden hatte.“ In akribischer Kleinarbeit versetzte Brinkkötter den Magirus, der mit einer Rotzler-Heros-Vorbauseilwinde und zwei Stromerzeugern ausgerüstet ist, in seinen originalen Zustand zurück. Er recherchierte dazu sogar im Magirus-Werksarchiv in Ulm / Donau. Große wie hohe Lenkräder zeichneten die früheren Feuerwehr-Fahrzeuge aus. Foto: Jens VogelsangDabei stieß er auf ein bemerkenswertes Detail: „Der Gerätewagen 2 wurde vor seiner Auslieferung an die Feuerwehr Ahlen auf der Interschutz-Messe ,Der rote Hahn‘ in Köln gezeigt.“ 


Das waren die Vorläufer der heutigen Rüstwagen.

Michael Brinkkötter


Genauso viele Blicke richteten sich in Enger auf den zweiten Magirus aus dem Hause Brinkkötter – einen F-Magirus „150 D 11 A“, Baujahr 1966 mit 150 PS. Der stand als Rüstwagen-Öl zunächst in Diensten der Berufsfeuerwehr Aachen, ging 1988 an die Feuerwehr Ahlen und wurde 1993 ausgemustert. „Das Auto ähnelt stark einem TLF 15, allerdings fehlt die Heckpumpe“, so der Fachmann.

az logoAhlener Zeitung, Bericht: Jens Vogelsang
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