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Bilder mit Bedacht gewählt

Geschrieben von Ralf Steinhorst

Der Heimatverein Vorhelm hat in Zusammenarbeit mit der Kalender-Manufaktur Verden einen neuen Jahreskalender mit historischen Ansichten herausgebracht. Der Vorstand stellte das Werk mit Archivmaterial aus den Beständen von Theo Keseberg und Johannes Schulze Everding vor.

Druckfrischer Heimatkalender: Ludwig Schulze Everding, Peter Fliegener, Willi Bücker, Willi Wienker (stehend v.l.), Christian Wolff, Herbert Leifker, Ludger Bach und Pastor Hermann Honermann (vorne v.l.) stellten das neue Exemplar vor. Foto: Ralf SteinhorstIn seine sechste Auflage geht Vorhelmer Heimatkalender im Jahr 2018. Nach den juristischen Turbulenzen zwischen Oktober 2016 und März 2017 gab es für den Vorstand zuletzt nur noch einen Weg: nach vorne schauen. Am Montagabend stellte der Vorstand das druckfrische Werk in der Alten Mühle vor.

„Ich finde es gut, dass wir weitermachen und nicht sagen, dass es in Zukunft keinen Kalender mehr geben wird“, sagt Willi Wienker, Vorsitzender des Heimatvereins Vorhelm. Auch Pastor Hermann Honermann möchte die belastenden Streitigkeiten endgültig hinter sich lassen. Schließlich habe der Verein an der Resonanz im Wibbeltdorf und weit darüber hinaus festgestellt, dass die Aufarbeitung des historischen Bildbestands auch weiterhin gewollt ist.

Eine Ahlenerin hatte im Vorjahr sowohl den Heimatverein als auch die Kalender-Manufaktur Verden verklagt, weil sie sich auf einem Tanzgruppenfoto unvorteilhaft getroffen sah. Der Rechtsstreit endete mit einem Vergleich: Die Klägerin erhielt einen Obolus, den sie für einen gemeinnützigen Zweck spenden musste.

Das Geschehene ist an Christian Wolff, Bildarchivar des Heimatvereins, nicht spurlos vorübergegangen. Er hat den Kalender ein weiteres Mal zusammengestellt, gibt aber unumwunden zu: „Diese Klage hat uns über Wochen und Monate beschäftigt, viele andere Dinge sind dadurch auf der Strecke geblieben. Ich hatte anfangs absolut keine Motivation mehr, je wieder eine solche Zusammenstellung zu erarbeiten.“ Als aber immer mehr Dorfbewohner und auch völlig Fremde ihren Zuspruch und Rückhalt signalisierten, habe er sich letztlich umstimmen lassen. „Ihr macht doch eine gute Arbeit“, sei immer wieder zu hören gewesen. „Es wäre schade, die alten Fotos für alle Zeiten im Schrank verschwinden zu lassen“, betont der Chronist. Denn schließlich schlummern tausende gesichtete und ebenso viele ungesichtete Fotos im Archiv des Heimatvereins. Da sei es schon schwer, eine Auswahl zu treffen.

Diesmal wurde vor der Drucklegung zudem ganz genau hingeschaut, um auch rechtlich auf der sicheren Seite zu sein. „Bei Fotos von Festen unter freiem Himmel, aus öffentlichen Veranstaltungen sowie von Gebäuden und Plätzen gibt es glücklicherweise klare Regeln; diese Aufnahmen sind problemlos verwendbar“, weiß Christian Wolff.

Das Titelbild zeigt die Wibbelt-Kapelle in den 1970er Jahren. Foto: Kalender-Manufaktur Verden


Ich finde es gut, dass wir weitermachen.

Willi Wienker


Die Fotos für den neuen Kalender stammen aus dem Zeitraum zwischen den frühen 1950er Jahren und 1986. Das Titelbild zeigt die Wibbeltkapelle in den 70er Jahren und wurde mit Bedacht gewählt. Seit drei Jahren ist sie wegen ihres Zustands im Gespräch. In weiteren Motiven werden unter anderem die Heiligen drei Könige, Karneval, Schützenfeste in Vorhelm und Tönnishäuschen wie auch Nachbarschaften thematisiert. „Also alles, was im Jahresverlauf wichtig ist“, so Wolff.

Zunächst gehen 100 Kalender zum Preis von 18 Euro im „Lädchen am Pilz“ in den Verkauf. Je nach Nachfrage kann der Kalender später nachgedruckt werden. „Es wird wieder viele Leute überraschen, dass es das eine oder andere Foto noch gibt“, ist Kassierer Ludwig Schulze Everding überzeugt.

az logoAhlener Zeitung, Bericht: Ralf Steinhorst

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