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Kritik am Spielplatz - Konzept

Geschrieben von Christian Wolff

Nach dem wochenlangen Unmut über den Zustand des Vorhelmer Abenteuerspielplatzes setzte der Ortsausschuss das Thema auf die Tagesordnung seiner jüngsten Sitzung am Donnerstag. Einhelliger Tenor: So kann es nicht bleiben.

In eine Matschwiese hat sich die Fläche des Abenteuerspielplatzes verwandelt, wo sich früher mehrere Kletteranlagen, Schaukeln, mehrere Sandflächen und ein Spielteich befunden haben. Wäre die defekte Seilbahn auf dem Vorhelmer Abenteuerspielplatz repariert worden, hätte sie ihren Bestandsschutz verloren. Daher sei der Rückbau eine logische Folge gewesen. Das erklärte Bernd Döding, Leiter der Ahlener Umweltbetriebe, am Donnerstag im Ortsausschuss Vorhelm. „Wir sind als Betreiber der öffentlichen Anlage in der Verkehrssicherungspflicht“, sagte er und verwies zugleich auf die haushaltsrechtliche Problematik: 50 000 Euro, die jährlich für alle Ahlener Spielplätze vorgesehen sind, reichten bei weitem nicht aus.

Dennoch lösten die Aussagen bei den Bürgern, die der Sitzung im Saal Pelmke beiwohnten, eher Kopfschütteln aus. Allen voran bei Manfred Emthaus, der sich zuvor in einem offenen Brief an alle Ausschussmitglieder gewandt hatte. „Ich habe tagelang recherchiert“, betonte der ehemalige stellvertretende Schulleiter des Beckumer Albertus-Magnus-Gymnasiums, der seit mehr als 40 Jahren in Vorhelm lebt. „Das nehme ich Ihnen nicht ab, Herr Döding, dass eine Reparatur den Seilbahnbetrieb zum Erliegen gebracht hätte. Da beißt die Maus keinen Faden ab.“ Auch die Verfüllung des Spielteiches kritisierte Emthaus, der die Anlage als Großvater mit vier Enkelkindern häufig besucht hat. All das sei mit dem Inhalt des „in Hochglanz gedruckten Spielplatzkonzepts“ nicht in Einklang zu bringen.

Ralf Budt (FWG) hielt es darüber hinaus für fragwürdig, dass der Seilbahnabbau allein auf Basis eines einzigen Kontrolleurs erfolgt ist. „Warum hat man nicht noch eine zweite oder dritte Meinung eingeholt?“, fragte er. Doch Bernd Döding winkte ab: Das sei nicht so einfach wie bei der privaten Gartenschaukel.


Das nehme ich Ihnen nicht ab, Herr Döding, dass eine Reparatur den Seilbahnbetrieb zum Erliegen gebracht hätte.

Manfred Emthaus


An diesem Punkt erinnerte Budt an den nach Meinung vieler Vorhelmer überstürzten Abbruch des alten Dorfpilzes, dem die Stadtverwaltung ebenfalls Baufälligkeit attestiert hatte: „Ich habe damals gesehen, wie sich der Baggerfahrer abgemüht hat.“ Das Objekt sei nur schwer „kaputtzukriegen“ gewesen.

Manfred Emthaus fordert eine parteiübergreifende, sachliche Diskussion. Foto: Christian Wolff

„Wir leben in einer Gesellschaft, in der sofort jemand den Kopf hinhalten muss und gerne geklagt wird. Aber so eine Seilbahn fällt ja nicht auf einmal auseinander. Das ist nicht etwas, das man nicht reparieren kann“, sagte Ulrich Averberg ( CDU). Bernd Döding warb daraufhin erneut um Verständnis: „Für Außenstehende ist das nicht einfach zu verstehen.“ Ein ausgebildeter Schreiner übernehme die Sicht- und Funktionskontrollen, dann gebe es strenge Vorgaben des Versicherer. „Die Länge der Kette am Seilbahnsitz entsprach auch nicht mehr der Norm.“

Erhard Richard (CDU) appellierte letztlich, die bisherigen Haushaltszuweisungen und Prioritätenlisten aufzubrechen. Das müsse noch in diesem Jahr geschehen.

az logoAhlener Zeitung, Bericht: Christian Wolff

 
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