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Frei sein wie "Ostwind"

Geschrieben von Leon Walter

„Boxen sind nur noch Auslaufmodelle“, sagt Brigitte Berkhoff. Auf ihrem Hof werden Pferde nach dem Aktivstall-Konzept artgerecht gehalten und trainiert.

Pauline und Johanna Leyer gewannen mit ihren Kinokarten bei der Verlosung für einen Schnupperkurs im „Horsemanship“. Dabei lernen sie mit Brigitte Berkhoff in Bodenarbeit und anderen Situationen den pferdegerechten Umgang mit den Tieren. Foto: Leon WalterDas Losglück meinte es gut mit Pauline und Johanna Leyer. Weil die Schwestern am Sonntagnachmittag mit ih­ren Eltern die Kinovorstellung von „Ostwind 3 – Aufbruch nach Ora“ im „Cinema Ahlen“ besuchten, machten sie mit ihren Tickets bei einer Verlosung auf dem Hof Berkhoff-Beumer das Rennen. Zu gewinnen gab es eine Einführung ins „Horsemanship“ – Pferdeflüsterei, die mehr als bloßes Reiten beinhaltet.

„Horsemanship“ beschreibt im Allgemeinen ei­nen pferdeverständlichen Umgang mit den Tieren. Dies wird im neuen Film „Ostwind“ dargestellt: Die Hauptdarstellerin sucht nach ei­nem sagenumwobenen Ort namens Ora, an dem ihr Pferd „Ostwind“ frei und wild sein kann.

Lebensfrohe und glückliche Pferde – das will auch Brigitte Berkhoff. Zum „Horsemanship“ gehört für sie in erster Linie eine artgerechte Haltung der Tiere. „Boxen sind nur noch Auslaufmodelle“, findet sie. Auf ihrem Hof können die Pferde sich geschützt barrierefrei bewegen und leben in Herden. Das sogenannte Aktivstall-Konzept ermöglicht den Tieren zehnmal am Tag, auch nachts, zu fressen. Weil die Wasserstelle fernab vom Futter steht, würden die Pferde außerdem zur Bewegung animiert. All dies könne durch eine Boxenhaltung nicht gewährleistet werden. Seit Anfang des Jahres gibt es auf dem Hof das Aktivstall-Konzept – und Brigitte Berkhoff möchte die Diskussion um pferdegerechtere Haltungsbedingungen am Laufen halten.

Bei einer Vorstellung mit dem andalusischen Hengst Manolito verdeutlicht Brigitte Berkhoff, worauf es beim „Horsemanship“ noch ankommt: die richtige Kommunikation mit den Tieren. Manolito sei ein sehr rangniedriges Pferd, das angeleitet werden wolle. „Wenn er nicht geführt wird, versucht er selber zu führen. Mit eigenen Entscheidungen ist er aber überfordert.“ Sie plädiert bei Kursen auf ihrem Hof für einen von Grund auf unterschiedlichen Umgang mit den Pferden. „Der Mensch muss das Pferd lesen lernen – und das Pferd den Menschen.“ So sei Manolito zunächst auch ein „schwieriges“ Exemplar gewesen. Jetzt, nach konstanter Korrekturarbeit und mit der richtigen Führung, traue sie dem Tier selbst die „sensibelsten“ Aufgaben zu. „Das Pferd möchte einfach nur wissen: Führst du oder ich?“, erklärte sie weitergehend, während sie den Hengst mit Körpersprache und Zurufen munter zum Spiel und Galopp animierte.

Zum Schnupperkurs „Horsemanship“, an dem die Geschwister Leyer teilnehmen werden, gehört neben dem Reiten auch Bodenarbeit und die adäquate Kommunikation mit den Pferden. Denn wenn der Mensch die Signale des Tieres nicht korrekt deute und daraus Konsequenzen für seine Körpersprache ziehe, sei die Harmonie zwischen Reiter und Pferd gestört. „Manchmal spiegelt das Pferd meinen Unsinn wider“, erzählte Berkhoff und umschrieb, was das Pferd dem Halter damit mitteile: „Sortier dich erst einmal selber, bevor du versuchst mich zu führen.“

az logoAhlener Zeitung, Bericht: Leon Walter

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