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Fehlende Seilbahn ist echter Zankapfel

Geschrieben von Martin Feldhaus

Der Streit um den unangekündigten Abbau der Seilbahn auf dem Vorhelmer Abenteuerspielplatz erlangte am Dienstagabend einen neuen Höhepunkt. Im Nachgang zur ersten Reaktion der Stadtverwaltung trafen sich mehr als 20 Familien mit Kindern, Eltern und Großeltern zum Protest.

Eine „Salami-Taktik“ werfen viele Eltern und Großeltern der Stadt vor, was den sukzessiven Rückbau des Abenteuerspielplatz angeht. Die Seilbahn (kl. Bild rechts) und der zugeschüttete Teich, an dessen Stelle nun eine Matschwiese vorherrscht (kl. Bild links), sind demnach die Hauptkritikpunkte. Foto: Martin Feldhaus„Opa, warum ist der Spielplatz kaputt?“ Wenn Fine und Jesse diese Frage stellen, kennt Dieter Gruno die Antwort auch nicht so genau. Aber eines weiß er mit Sicherheit: Auf dem Vorhelmer Abenteuerspielplatz hinter der St.-Pankratius-Kirche ging es in den vergangenen Jahren „rapide bergab“. Negativer Höhepunkt dabei: Der Abriss der überaus beliebten Seilbahn, der Eltern und Kinder nun auf die Palme brachte.

Im Rahmen eines Ortstermins am vergangenen Freitag (die „AZ“ berichtete) versuchte Bernd Döding, Leiter der Ahlener Umweltbetriebe, die Gemüter zu beruhigen. Ein Abriss der Seilbahn sei wegen mangelnder Standsicherheit notwendig gewesen. Wirklich? An diesem Umstand hegen viele Stammgäste der einstigen Vorzeigeanlage Zweifel. Und so trafen sie sich am Dienstagnachmittag erneut am Abenteuerspielplatz, um ihren Unmut zu artikulieren.

„Die Seilbahn hatte Metallstreben, die weit in den Boden hereinragten“, verdeutlichte Peter Fliegener. Belegen kann er diesen Umstand mit einem Foto, das vor einem halben Jahr zufällig vor der Seilbahn entstand. „Von unten kann es also nicht durchgerostet sein“, schlussfolgert Fliegener. Selbst wenn dort aber marodes Holz gewesen sei, müsse sich bei der Stadt keiner wundern. „Wenn man 15 Jahre nichts macht, passiert so etwas“, warf Fliegener den Verantwortlichen eine unzureichende Pflege und dauerhafte Vernachlässigung der Anlage vor.

Den Befund der Stadtverwaltung, es habe keine festen Fundamente gegeben, mochten auch viele andere der anwesenden Eltern und Großeltern von mehr als 20 spielenden und tobenden Kindern nicht richtig glauben. „Ich konnte nichts Wackeliges feststellen und widerspreche der Aussage entschieden“, positionierte sich beispielsweise Manfred Emthaus klar. Schließlich hätten die Stützen der Seilbahn auch nicht im Dreck gestanden. „Wenn mein Auto einen Platten hat, wechsele ich ja auch nur den Reifen und verschrotte es nicht gleich komplett“, äußerte Emthaus sein Unverständnis für den Komplettabriss der Seilbahn.

Ein Bild vom Abenteuerspielplatz aus dem Jahr 2008: Dieser Teich mit Trittsteinen war ebenfalls sehr beliebt, wurde aber inzwischen zugeschüttet. Foto: Christian Wolff

Insbesondere die mangelnde Information über den Rückbau ließ einen ganz anderen Verdacht bei vielen Besuchern aufkommen: „Der Spielplatz hier wird einfach abgewickelt“, ärgerte sich eine Mutter. Der Vorwurf einer „Salami-Taktik“ seitens der Stadtverwaltung war immer wieder zu hören. Bereits ein flaches Gewässer im hinteren Bereich der Anlage habe die Stadt Ende 2016 in einer „Nacht-und-Nebel-Aktion“ ohne ausreichende Information der Nutzer entfernt: Die bei Kindern beliebte Wasserspielfläche gehörte damit der Vergangenheit an. Und wie finden das die Kinder? „Wir müssen ordentlich schimpfen“, waren sich Ole, Henry und Henning am Dienstag angesichts immer weniger werdender Spielmöglichkeiten einig. Eine vernünftige Schaukel haben sie in Vorhelm mittlerweile auch nicht mehr.

Wenn mein Auto einen Platten hat, wechsele ich ja auch nur den Reifen und verschrotte es nicht gleich komplett.

Manfred Emthaus

Kritik hagelte es aber nicht nur hinsichtlich des Rückbaus an sich, sondern auch in Bezug auf die Kommunikation des Spielplatzkonzeptes der Stadt Ahlen. Hier waren sich alle einig: Solche Konzepte sollten vor Ort in Vorhelm mit den Bürgern besprochen werden. Der ehemalige SPD-Ratsherr Bernd Manthey ärgerte sich ebenso über den von der CDU am Freitag einberufenen Ortstermin: „Entweder der Ortsausschuss soll an einem Strang ziehen oder sich auflösen“, sprach er sich gegen diesen Alleingang aus.

 
az logoAhlener Zeitung, Bericht: Martin Feldhaus
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